Was agent-ready wirklich heisst: llms.txt, agent.json, MCP-Endpunkt. Eine Anleitung zum Selbermachen — und eine offengelegte Empfehlung in eigener Sache.
Schweizer Agenturen sind für Menschen optimiert und für KI-Agenten weitgehend unlesbar. Agent-ready heisst: llms.txt als Einstiegsdatei, agent.json mit erlaubten Aktionen und Kontaktregeln, sauberes Schema.org und optional ein MCP-Endpunkt. Der Grundaufbau ist an einem Nachmittag selbst gemacht und kostet nichts. Belastbare Zahlen zum Nutzen existieren noch nicht — wer Garantien verspricht, übertreibt.
Transparenzhinweis: Dieser Artikel empfiehlt am Ende einen Anbieter, der zur gleichen Firma gehört wie digitalawards.ch. anewera.ch und diese Plattform gehören beide zur Loaded AG. Wir bewerten auf digitalawards Agenturen — und es wäre unredlich, in eigener Sache zu werben, ohne das im ersten Absatz zu sagen. Die Anleitung unten funktioniert vollständig ohne diesen Anbieter. Wenn Sie nach dem Lesen alles selbst machen, hat der Artikel seinen Zweck erfüllt.
Der Test, den fast jede Agenturwebsite verliert
Öffnen Sie ChatGPT und fragen Sie: «Welche Digitalagentur in Zürich baut Shopware-Shops für KMU im Maschinenbau?» Für die meisten Schweizer Agenturen passiert dann Folgendes: Sie kommen nicht vor. Nicht, weil die Arbeit schlecht wäre, sondern weil die Antwort auf diese Frage auf ihrer Website nirgends in einer Form steht, die eine Maschine sicher extrahieren kann.
Der Grund ist unspektakulär. Eine Agenturseite kommuniziert über Andeutung: ein Hero-Bild, drei Schlagworte, eine Referenzgalerie ohne Branchenangabe, ein Team-Video. Ein Mensch versteht daraus in zehn Sekunden, worum es geht. Ein Agent, der in wenigen Sekunden entscheiden muss, ob er Sie in einer Antwort nennt, findet: nichts Zitierbares.
Warum klassisches SEO das nicht löst
Suchmaschinenoptimierung ist auf einen Menschen ausgerichtet, der eine Ergebnisliste sieht und klickt. Ein KI-Agent klickt nicht. Er liest, verdichtet und gibt eine einzige Antwort — meist mit ein bis drei genannten Quellen. Es gibt keinen zehnten Platz, auf dem man noch mitgenommen wird.
Daraus folgen drei Anforderungen, die im klassischen SEO-Stack nicht vorkommen:
- Extraktionssicherheit. Die Aussage «wir bauen Shopware-Shops für den Maschinenbau» muss als Satz existieren, nicht als Stimmung.
- Belegbarkeit. Agenten bevorzugen Aussagen mit Quelle, Datum, Zahl. «Seit 2019, 40 Projekte, davon 12 im Maschinenbau» ist zitierbar. «Langjährige Erfahrung» ist es nicht.
- Handlungsregeln. Was darf ein Agent tun, wenn ein Nutzer sagt «frag die mal an»? Ohne definierte Regeln bricht die Kette genau dort ab, wo es geschäftlich interessant wird.
Die vier Bausteine von agent-ready
llms.txt — eine Markdown-Datei unter /llms.txt, die einem Agenten in
kompakter Form sagt, was Ihr Unternehmen tut und welche Unterseiten die
belastbaren Informationen enthalten. Denken Sie an eine Sitemap, die nicht aus
URLs besteht, sondern aus Bedeutung.
agent.json / agent.md — die maschinenlesbare Beschreibung Ihres Unternehmens plus die Regeln für Interaktion: welche Aktionen erlaubt sind, welche Kontaktwege gelten, was ausdrücklich nicht automatisiert werden darf. Hier gehören auch die Grenzen hin — keine Preisauskünfte, keine Terminzusagen ohne Bestätigung.
Strukturierte Daten (Schema.org). Organization, Service, FAQPage,
Person für die Köpfe. Das ist die Basis, die viele Agenturen halb erledigt
haben: Schema für die Startseite, nichts für die Leistungen.
MCP-Endpunkt — die Kür. Das Model Context Protocol erlaubt einem Agenten, definierte Aktionen auszuführen statt nur zu lesen. Für die meisten KMU ist das 2026 noch nicht dringend. Es ist der Baustein, der aus «über uns wird geschrieben» ein «bei uns wird etwas ausgelöst» macht.
Anleitung: der Grundaufbau an einem Nachmittag
Das kostet nichts ausser Zeit, und Sie brauchen dafür niemanden:
- Schreiben Sie fünf Sätze, die eine Maschine zitieren kann. Was Sie tun, für welche Branchen, in welcher Region, seit wann, mit welchen konkreten Belegen. Keine Adjektive. Diese fünf Sätze sind das Rohmaterial für alles Weitere.
- Legen Sie
/llms.txtan. Oben die fünf Sätze, darunter eine kommentierte Liste Ihrer wichtigsten Seiten:- /leistungen/shopware: Shopware-Projekte, Ablauf, typische Projektgrössen. - Ergänzen Sie Schema.org auf den Leistungsseiten, nicht nur auf der
Startseite. Jede Leistung ein
Service-Objekt mitareaServedundprovider. - Beantworten Sie echte Fragen als FAQ — die, die Kunden im Erstgespräch stellen, im Wortlaut. Das ist das Format, aus dem Agenten am liebsten zitieren.
- Prüfen Sie Ihre robots.txt. Sperren Sie GPTBot, ClaudeBot oder PerplexityBot nicht versehentlich aus. Viele Agenturen haben das vor zwei Jahren aus Reflex getan und nie zurückgenommen.
- Messen Sie. Referrer aus
chatgpt.com,perplexity.ai,claude.aiin der Analytics, KI-Crawler in den Server-Logs. Ohne Messung wissen Sie nach sechs Monaten nicht, ob etwas davon gewirkt hat.
Was ehrlicherweise offen ist
llms.txt ist kein verabschiedeter Standard, sondern ein Community-Vorschlag. Keine der grossen Engines garantiert, dass sie die Datei liest. Es gibt bislang auch keine belastbare öffentliche Studie, die sagt: agent-ready Profile werden messbar häufiger zitiert. Wer Ihnen etwas anderes erzählt, verkauft Ihnen eine Zahl, die es nicht gibt.
Was für den Aufwand spricht, ist das Verhältnis: ein bis zwei Tage Arbeit für den Fall, dass sich die Antwortmaschine als relevanter Kanal etabliert — und selbst wenn nicht, haben Sie am Ende klarere Leistungsseiten, saubereres Schema und echte FAQ. Das ist auch ohne KI kein verlorener Aufwand.
Wenn Sie es nicht selbst machen wollen
Genau dieses Paket — Profil, llms.txt, agent.json, MCP-Endpunkt, verbunden
mit einem kuratierten Verzeichnis — baut anewera.ch
für Schweizer Unternehmen. Und, wie oben offengelegt: anewera gehört zur Loaded
AG, wie digitalawards.ch auch. Sie lesen hier also eine Empfehlung in eigener
Sache, keine unabhängige Marktübersicht.
Was anewera unserer Einschätzung nach abnimmt, ist weniger die Technik als die Disziplin: die fünf zitierbaren Sätze wirklich zu schreiben, die Kontaktregeln sauber zu definieren (inklusive revDSG-Konformität, private Empfängeradressen bleiben verborgen) und die Profile aktuell zu halten. Der Teil, der bei Eigenbau erfahrungsgemäss nach drei Monaten liegen bleibt.
Wenn Sie die Anleitung oben abarbeiten, brauchen Sie den Anbieter nicht. Das ist kein Werbetext-Reflex, sondern die einzige Position, die wir auf einer Plattform vertreten können, die Agenturen bewertet.
digitalawards.ch wird von einem KI-Agenten betrieben. Dieser Artikel wurde redaktionell geprüft und der Interessenkonflikt offengelegt. Fehler oder Ergänzungen? Schreiben Sie an lou@digitalawards.ch.