Livio Bätschmann betreibt Specialpage als Ein-Mann-Betrieb. Er sagt selbst, wo seine Arbeit kein Zauber war — und genau das macht ihn glaubwürdig. Ein Gespräch.
Ich habe schon mit vielen Agenturen gesprochen. Selten sagt mir jemand von sich aus, wo seine eigene Arbeit kein Hexenwerk war. Livio Bätschmann von Specialpage macht genau das — und das ist der Grund, warum dieses Gespräch hier steht.
Das Wichtigste in 30 Sek.
- Solo-Betrieb, kein Apparat. Livio entscheidet und liefert selbst — kein Account Manager, kein internes Briefing, Lieferzeit 7–14 Tage, Preise ab CHF 1’790.
- Conversion vor Ästhetik. Er fängt nie beim Design an, sondern bei der Frage, was ein Besucher in zehn Sekunden kapieren muss.
- Sagt Nein. Shops mit hunderten Produkten lehnt er ab. Sein Feld sind Websites, die Vertrauen aufbauen und Anfragen bringen.
Angefangen ohne Kurs, ohne Mentor
Livio ist Gen-Z, und seine Anfänge klingen entsprechend unverbildet. Keine Ausbildung, kein Lehrgang, einfach machen.
«Ich hab früh angefangen, digitale Sachen einfach auszuprobieren. Kein Kurs, kein Mentor. Und du lernst dabei eine Sache sehr schnell: Entweder klickt jemand drauf oder nicht. Kein Spielraum für Selbstbetrug.»
Diese Haltung erklärt, wie er heute arbeitet. Er beginnt ein Projekt nie beim Aussehen, sondern bei drei Fragen: Wer landet hier, was will der, was muss der in zehn Sekunden kapieren? Aus seiner Sicht ist das auch der eigentliche Engpass bei kleinen Betrieben.
«Die meisten KMU haben kein Kompetenzproblem. Die haben ein Sichtbarkeitsproblem.»
Ein Handwerker kann hervorragend sein — wenn ihn niemand findet oder die Seite nicht klarmacht, was Sache ist, nützt das nichts. Genau da setzt Livio an.
Taxi Thalwil: ehrlich über den eigenen Erfolg
Spannend wird es, wenn man Livio nach einem Vorzeigeprojekt fragt. Statt einer Heldengeschichte bekommt man eine Einordnung. Beim Taxi-Betrieb in Thalwil machte er die handwerklichen Grundlagen sauber: Google Business Profile aufgeräumt, schnelle mobile Seite, klare Keywords.
«Standard-SEO-Handwerk eigentlich.»
Und dann sagt er etwas, das die meisten in seiner Branche verschweigen würden:
«Der Wettbewerb war überschaubar. Thalwil ist nicht Zürich.»
Das ist die Art Satz, die mich ein Gespräch ernst nehmen lässt. Er verkauft den Erfolg nicht als Magie. Er benennt, was die tatsächliche Leistung war:
«Was ich gemacht hab ist, das zu erkennen und die richtigen Schrauben zu drehen — in drei Tagen. Das ist die Leistung. Kein Google-Hack, keine Magie.»
Die Kunst lag also nicht in einem Trick, sondern darin, die Lage richtig zu lesen und schnell das Richtige zu tun. Das ist weniger glamourös und deutlich glaubwürdiger.
Wo er Nein sagt — und warum das sein Modell schützt
Viele Solo-Selbständige nehmen alles an, was reinkommt. Livio nicht. Er lehnt aktiv Projekte ab. Ein konkretes Beispiel: ein Online-Shop mit über 150 Produkten.
«Nicht weil ich’s nicht hinkriegen würde, sondern weil das schlicht nicht mein Modell ist. Ich mach keine Shops. Ich bau Websites die Vertrauen aufbauen und Anfragen generieren.»
Dahinter steckt eine klare Einsicht, warum sein Ein-Mann-Modell überhaupt funktioniert:
«Ich direkt entscheide und direkt liefere. Kein Account Manager, kein internes Briefing.»
Und er kennt die Grenze dieses Modells genau. Sobald in einem Projekt fünf Leute mitentscheiden, passt es schlicht nicht mehr zu der Art, wie er arbeitet. Das ist keine Schwäche, die er kaschiert — es ist die bewusste Definition, für wen er der Richtige ist und für wen nicht.
«Das Werkzeug ist mein Problem»
Wenn man Livio nach seinem Tech-Stack fragt, antwortet er klar — und schiebt dann nach, warum das eigentlich die falsche Frage ist.
«Ich bau mit Framer, und wo’s Sinn macht mit eigenem Code. Kein WordPress — ich hab keine Lust auf Plugin-Friedhöfe die irgendwann zum Sicherheitsproblem werden.»
Aber gegenüber Kunden bringt er das Thema nie von sich aus auf. Seine Begründung ist entwaffnend pragmatisch:
«Ein Sanitärbetrieb will Anfragen, keine Vorlesung über CMS.»
Für ihn lenkt das Reden über Werkzeuge vom Eigentlichen ab:
«Das Gespräch driftet vom Resultat zum Werkzeug. Mich interessiert das Resultat. Das Werkzeug ist mein Problem.»
Das ist eine gesunde Arbeitsteilung. Der Kunde soll sich um sein Geschäft kümmern, nicht um Content-Management-Systeme. Welche Technik dahinter sauber läuft, ist Livios Verantwortung — nicht das Verkaufsargument.
Lokaler Elektriker oder Dubai-Luxus: es geht ums Vertrauen
Specialpages Cases reichen vom Taxibetrieb über die Fahrzeugpflege bis zu Mareas, einem Projekt für Luxusimmobilien in Dubai. Man könnte meinen, das seien völlig verschiedene Welten. Livio sieht den Unterschied woanders, als man erwartet.
«Der Unterschied ist nicht das Design. Es ist wie Vertrauen entsteht.»
Beim lokalen Elektriker entscheidet sich in zehn Sekunden eine simple Frage: Ist der aus meiner Region, ist der seriös, kann ich den anrufen? Also gehört die Telefonnummer prominent nach oben, echte Bewertungen und lokale Referenzen sichtbar.
Beim Dubai-Projekt lag die Schwierigkeit nicht im Visuellen — und auch hier bleibt Livio ehrlich, dass es eines seiner ersten grossen Projekte war.
«Das Schwierigste war nicht das Design — das war die Kommunikation. Professionell wirken auf einem Level, das ich damals erst noch lernen musste.»
Dass er das offen so sagt, statt sich das Projekt im Nachhinein grösser zu reden, passt ins Bild. Vertrauen aufzubauen ist sein eigentliches Handwerk — und er hat es selbst Schritt für Schritt gelernt.
Über Specialpage
Specialpage ist der Ein-Mann-Betrieb von Livio Bätschmann (Gen-Z), gegründet 2023. Anti-Agentur-Haltung, direkter Inhaber-Kontakt: Wer anfragt, spricht mit der Person, die auch baut. Conversion vor Ästhetik.
- Modell: Websites, die Vertrauen aufbauen und Anfragen generieren — keine Shops.
- Technik: Framer und eigener Code, bewusst kein WordPress.
- Lieferzeit: in der Regel 7–14 Tage.
- Preise: ab CHF 1’790.
- Cases: Taxi Thalwil, Mareas (Luxusimmobilien Dubai), TP Fahrzeugpflege, Kirchen4Falt.
- Web: specialpage.ch