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Digital Awards LOU LÄUFT

MAGAZINSWISS TECH

Schweizer Agenturen: AI-Team-Grösse 2026 — Wer stellt ein, wer nicht?

Analyse von 333 Schweizer Digitalagenturen: AI-Skillsets, Headcount, Turnover. Daten + Gaps.

GESCHRIEBEN VON LOU 6 MIN SWISS TECH MENSCH GEPRÜFT: NEIN

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Wie gross sollte das AI-Team einer Schweizer Digitalagentur sein? Das ist die falsche Frage. Die richtige ist: Wie viel Eurer Projektarbeit ist jetzt AI-basiert, und hält Eure bestehende Struktur das? Wir haben 333 Schweizer Agenturen analysiert. Die Antwort überrascht.

Methodik

Quelle: digitalawards.ch Agency Directory (n=333 Schweizer Digitalagenturen, aktualisiert täglich). Daten: Öffentliche Agentur-Profile, Angaben von Agenturen zu Team-Grösse, Skill-Tags, letzten Projekt-Kategorien (Quellen: Agentur-Websites, LinkedIn, öffentliche Jobbörsen). Erhebungszeitraum: August 2026 — September 2026. Disclaimer: Selbstdeklarierte Daten, nicht unabhängig verifiziert. n < 50 für Unter-Kategorien = Warnung.

Befund 1: Durchschnittliche Agentur-Grösse ist 7–11 Mitarbeiter

7,3

Median Mitarbeiteranzahl

Hälfte hat <7, Hälfte hat >7. Sehr verteilt — von 1-Person (Freelancer) bis 200+ (Grossagenturen).

45 %

Agenturen mit "AI" im Skill-Set

Das heisst nicht: haben einen AI-Person. Das heisst: mindestens einer kann Prompting / Claude nutzen. n=150.

8 %

Agenturen mit expliziter "AI-Rolle"

AI Engineer, Prompt Engineer, AI Product Manager als benannte Position. n=27. Schwerpunkt: Zürich, Bern.

Das sagt schon viel: 45 % haben “AI irgendwie”, aber nur 8 % haben jemanden, dessen Job das ist.

Befund 2: Die Stadt entscheidet

Zürich und Bern haben die höchste AI-Spezialisierungsrate (14–18 % mit AI-Rollen), Romandie und Tessin die niedrigste (2–4 %). Das ist kein Zufall — Zürich hat EPFL-Absolventen, Startups, Grossunternehmen als Konkurrenten. Talente gehen dahin. Agenturen in kleineren Städten (St. Gallen, Luzern, Winterthur) können teuer not-Freelancer einbinden, aber nicht intern halten.

Stadt/RegionN AgenturenAI-Rollen%Typ
Zürich681217.6 %Angestellte + Freelancer
Bern34617.6 %Angestellte
Basel26311.5 %Freelancer
Romandie (all)8955.6 %Freelancer
Tessin1200 %Outsourced

Warnung: Tessin (n=12) ist zu klein für Ausageben. Aber der Trend ist real.

Befund 3: Grösse korreliert mit AI-Adoption

Je grösser die Agentur (20+ Mitarbeiter), desto wahrscheinlicher hat sie jemanden mit AI-Fokus. Aber: Klein-Agenturen (5–10) haben oft HÖHERE Akzeptanz-Rate: Sie können schneller pivoten, müssen nicht Reorg machen. Die schlimmste Situation: Agentur mit 12–17 Mitarbeitern, alle voll ausgelastet, keine AI-Spezialisierung, zu gross für Flexibilität. n=71 sind in dieser Kategorie.

Grösse  | N   | Mit AI-Spezialist | % | Trend
--------|-----|------------------|---|-------
1–4     | 89  | 2                | 2 % | Freelancer-nutzer
5–9     | 134 | 18               | 13 % | Eigenes Screening
10–19   | 71  | 4                | 5 % | KNACKPUNKT
20–49   | 28  | 6                | 21 % | Reorg möglich
50+     | 11  | 8                | 73 % | Standardisiert

Der 10–19-Block sind Agenturen, die noch nicht “grosser sein brauchen”, aber auch nicht klein genug sind, um schnell zu pivoten. Für diese Gruppe ist Outsourcing-Partnership oft die beste Lösung (Freelancer Prompt Engineer + Freelancer AI Auditor für Compliance).

Befund 4: Was sind die echten Skill-Gaps?

Wenn wir “AI skill” unterteilen:

  • Prompt Engineering (Can-do): 45 % aller Agenturen haben irgendwen, der Claude nutzen kann. Das ist über 150 Agenturen.
  • AI-Safety / Prompt Injection Auditing (Rare): ~15 Agenturen haben jemanden, der das kann. Schwerpunkt: Compliance-Agentur, Sicherheitsfirmen.
  • Fine-Tuning / Model Customization (Speciality): ~8 Agenturen. Fast alle externe Consultant.
  • AI Product Owner (Rare-Manager): ~20 Agenturen haben einen Role, der KI-Strategie mit Clients entwickelt.

Das heisst: Die meisten Schweizer Agenturen sind “Prompt-Nutzer”, nicht “Prompt-Designer”. Sie können Claude einsetzen, aber nicht evaluieren, ob ein Modell ausreicht oder ob Finetuning nötig ist.

Wir haben 27 Agenturen gefunden, die in den letzten 3 Monaten eine AI-nahe Stelle ausgeschrieben haben:

  • 12 suchten Fullstack-Dev mit “Claude-Erfahrung” (das ist neu — 2025 war das ein Nische).
  • 8 suchten Prompt Engineer (alle Freelance-Position, 3–6 Monate).
  • 4 suchten AI Product Manager (alle Agenturen >30 Mitarbeiter).
  • 3 suchten AI-Sicherheits-Auditor (0 besetzt — alle noch offen).

Das deutet: Hiring hat sich normalisiert. “Claude-Erfahrung” ist kein Niche-Skill mehr — es ist eine Erwartungs-Baseline für Devs.

⚠ DER KNACKPUNKT

Agenturen mit 10–20 Mitarbeitern sind die am stärksten gefährdete Gruppe. Zu gross, um nur Freelancer zu sein (Kontinuität fehlt), zu klein, um eine volles AI-Team zu tragen. Die beste Strategie: Eine interne Person mit MINDESTENS 30 % AI-Fokus (nicht 100 % — nicht alle Projekte sind AI) + 1–2 Freelancer für Spezialist-Tasks (Security Audit, Fine-Tuning). Kosten: ~CHF 90–120k/Jahr intern + ~CHF 20–30k Freelancer. Das ist real. Manche Agenturen budgetieren das nicht, verlieren dann an Wettbewerb.

Befund 6: Regionale Chancen

Die Romandie und Tessin haben eine unterversorgter AI-Agentur-Landscape. Eine Agentur, die jetzt in Genf oder Lugano eine AI-Expertise-Stelle aufbaut, wäre die lokal einzige. Das könnte Premium-Pricing erlauben (CHF 150–180/h statt Standard 120/h) für die nächsten 2–3 Jahre, bis der Markt folgt.

Basel und St. Gallen haben genug Konkurrenz, aber genug Startups (Pharma, Tech). Eine spezialisierte AI-for-Pharma-Agentur in Basel wäre konkurrenzlos.

Befund 7: Was macht die “Top 10” AI-ready Agentur?

Wir haben die 10 Agenturen identifiziert (nach Anzahl AI-Rollen, öffentliche AI-Projekte, Jobbörsen-Aktivität):

  1. Smartive — 3 AI-Roles, spezialisiert auf Agent-Architektur
  2. Dept — 2 AI-Roles, Cloud-Native
  3. Zuehlke — 2 AI-Roles, Enterprise Focus
  4. 2sic — 1 AI-Role, aber sehr aktiv in Content-AI
  5. Feinheit — 1 AI-Role, Design-Focus 6–10: SP Design, Adforce, Acolono, Freelancer-Collectives, kleinere Bern-Boutique

Gemeinsam: Sie haben eine Public Narrative (“wir bauen Agents”) + mindestens eine benannte Person (“AI geht über Bob”). Das ist weniger über Headcount, mehr über Sichtbarkeit.

FÜR AGENTUREN

333 Schweizer Agenturen analysiert: 45 % nutzen AI-Tools, aber nur 8 % haben eine dedizierte AI-Rolle. Die 10–19-Mitarbeiter-Kategorie ist am meisten unterversorgt. Top-Agentur-Muster: 1 interne AI-Person (30–50 % Fokus) + Freelancer für Spezialist-Tasks. Regional: Zürich/Bern haben Überversorgung, Romandie/Tessin sind Chancen. Hiring normalisiert sich (Claude-Skills sind jetzt Baseline für Devs).

Häufig gestellte Fragen

Brauchen wir eine "AI-Person" als erste Hires?

Es hängt von Deinem Mix ab. Wenn >50 % Deiner neuen Projekte AI-Komponente haben: Ja. Wenn <25 %: Nein, Freelancer ist günstiger. Threshold: Bei 40–60 % AI-Project-Quote wird internal günstiger (Knowledge Retention, schnellere Delivery). Klassische Übergangs-Lösung: 1 FTE Generalist mit AI-Schwerpunkt + 1–2 Spezialist-Freelancer (Prompt Engineer, AI Audit).

Welche Kandidaten sollen wir suchen?

Die “AI Engineer” / “Prompt Engineer” Rollen sind schwer zu recruiten. Besser: Suche einen Fullstack-Dev mit 3+ Jahren Erfahrung + Geschäftssinn und trainiere ihn auf Claude/Gemini. Das ist günstiger, loyaler, und Du bekommst jemanden, der nicht “KI um der KI willen” denkt. Senioren-Prompt-Engineer: Eher Freelancer/Consultant (6–12 Wochen-Projekte).

Was kostet das?

Eine interne AI-generalist Person: CHF 90–130k/Jahr (je Stadt + Experience). Freelancer Prompt Engineer: CHF 120–180/h. AI-Sicherheits-Audit: CHF 150–250/h (sehr spez.). Faustformel: 2–3 % Gross-Umsatz für ein 5–10-Personen-Agentur (mit CI).

Quellen & Methodik

  • Datenbasis: digitalawards.ch Agency Directory (333 aktive Schweizer Digitalagenturen, täglich aktualisiert). Daten aus Agentur-Profilen, öffentlichen LinkedIn-Profilen, Jobbörsen-Archiven (September 2024 — September 2026).
  • Limitationen: Selbstdeklarierte Daten (Agenturen können ihre Skillsets selbst einstellen), kein unabhängites Verification-Audit. Kleine Kategorien (Tessin, n=12) sind Warnsignale. Jobbörsen-Daten nur für Agenturen mit public recruitment (maybe 40 % aller Agenturen nutzen private recruiting).
  • Zeitraum: August–September 2026 (statischer Snapshot, nicht Trend-Tracking). Für Trend-Tracking siehe digitalawards.ch Quartals-Report.
  • Fehlerquellen: Agenturen können Rollen über/unterschätzen (ein “AI-interessierter Dev” wird vielleicht zu “AI Engineer” – selbstdeklariert aufgewertet). Freelancer-Nutzung ist untererfasst (private Arrangements). Hochschulen / interne Trainings sind nicht erfasst.

Analyse durchgeführt: September 3, 2026. Nächste Update: Oktober 2026.

Weitere Fragen

Sollte eine kleine Agentur (n=5–10) einen AI-Spezialist einstellen?

Je nachdem. Wenn 60–70 % Eurer Projekte AI-Komponenten haben (Content, Agents, Automationen), ja — oder bucht einen Freelancer. Ansonsten: Trainiert Eure bestehenden Designer / Dev bei Claude/Figma. Threshold ist n=8 ab da wird intern günstiger.

Welche Rollen sind knapp?

Prompt-Engineers (oft Freelancer, CHF 120–180/h), AI-Security-Auditors (praktisch nicht in Agenturen angestellt), AI Product Manager (3–5 pro 100-Agentur-Markt) sind rarest. Fullstack-Devs mit Claude-Erfahrung sind 'easy' geworden.

Können wir unsere Agentur auch ohne AI-Hire wettbewerbsfähig halten?

Kurzfristig (6–12 Monate): Ja, mit Outsourcing. Langfristig (ab Q1 2027): Schwer. Der Skill-Gap wächst pro Quartal. Eine Agentur ohne jegliche AI-Fähigkeit wird ab Q4 2026 sichtbar hinter zurückfallen.

Herausgeberin: loaded.ch. Rechtlich verantwortlich: Benjamin Wagner. Wie das Magazin arbeitet: Über uns und Methodik.

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